Südafrika – der Westen

Wir sind nach Kapstadt geflogen, um uns den Westen Südafrikas anzuschauen. Von Kapstadt über die Gardenroute zur Wildcoast und zurück nach Kapstadt. Die Gardenroute ist zwar berühmter, uns hat die Wildcoast jedoch viel besser gefallen. Vielleicht war die Gardenroute von der Landschaft und den Orten her etwas zu europäisch.

 

In Kapstadt fielen uns als erstes die vielen reichen Leute, guten Straßen, Villen, gehobenen Restaurants usw auf. Sowas hatten wir im Osten Südafrikas kaum gesehen. Und auch heute gilt noch, dass die Bedienung eines solchen Restaurants in der Regel schwarz ist, der Besitzer und die Kundschaft hingegen weiß.
Um dem entgegenzuwirken hatte die Regierung  den „Black Economic Empowerment Act“ http://www.southafrica.diplo.de/Vertretung/suedafrika/de/__pr/Botschaft/SOZ/7__BEE.html?archive=3600084 beschlossen. Mit dem Ergebnis, dass Schwarze bevorzugt eingestellt werden müssen auch wenn sie schlechter qualifiziert sind und staatliche Aufträge auch dann an „schwarze“ Unternehmer gehen, wenn sie das teurere Angebot machen. Darüber beklagen sich dann so ziemlich alle weißen Südafrikaner die man trifft. Sofern sie nicht im Familienunternehmen unterkommen, versuchen sie mangels Jobperspektive ins Ausland auszuwandern. Wie heißt es so schön: „das Gegenteil von gut ist gut gemeint“. Man hätte ja auch in die öffentlichen Schulen investieren können, Stipendien für die von einem Großteil der Bevölkerung unbezahlbaren Studiengebühren einführen können etc.

 

Was den Straßenverkehr angeht, sollte man vielleicht noch einen Job beschreiben, der es uns besonders angetan hat: den als „Baustellenampel“. Wenn baustellenbedingt die Straße einspurig wird, steht dort an jeder Seite jemand mit einer Fahne oder Schild um zu signalisieren, ob man nun fahren oder anhalten soll. Das klappt in der Praxis mehr oder minder gut. Denn nicht immer haben die menschlichen Baustellenampeln an beiden Seiten Sichtkontakt oder ein Funkgerät, so dass auch mal beide Autokollonnen durchgewunken werden. Oder eine der Baustellenampeln hat gerade besseres (bspw. Telefonieren oder Pause) als Verkehrsregelung zu tun.

 

Was wir auf jeden Fall aus Südafrika mitnehmen ist, dass die Südafrikaner und nicht die Deutschen am besten Grillen (und  deutsches Supermarktgrillgut von einem Südafrikaner vermutlich als zu minderwertig erachtet würde).
Und dass der Straßenzustand alles ist: Von perfekter Autobahn über Schlaglochlandstraße und einspuriger Plattenstraße (bei Gegenverkehr weicht jeder mit zwei Rädern in den Schotter aus) bis zu einer großen Matsch-/Sand-/Geröll-Strecke kann alles als Straße ausgeschildert werden.

 

Eine halbe Stunde später auf dem Rückweg war die Straße dann so zugeweht, dass unser Mietwagen stecken blieb und von fünf Leuten geschoben werden mußte.

5 Gedanken zu „Südafrika – der Westen“

  1. Die menschlichen Ampeln bei einspurigen Straßen haben mich schon in Kanda, Nova Scotia, zum Grübeln gebracht. Ob die das auch im Winter und bei Gewitter so regeln, war mein Hauptgedanke.
    Ganz viel Spaß euch weiterhin!

  2. Menschliche Baustellenampeln? Alles nur Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahmen. 😉
    Wie immer kann man sich dank der Bilder gut vorstellen, welche traumhaften Ecken ihr bereist. Lasst es euch gut gehen!

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